Erkenntnisse

Deine Träume jagen dich in die Schlaflosigkeit. Bilder und Stimmen, nichts mehr als Einbildungen. Sie prügeln auf dich ein, als ob du ein Boxsack wärest. Und versuchen dir unverständliches zu erklären. Zum Beispiel, dass Häuser mit Lebkuchenherzen gebaut sein sollten. Gelesen in Sekunden, doch erst nach Tagen ansatzweiße verstanden. Bäume, die im Wind schaukeln und Glascontainer, die nach Weizenbier riechen. Man tut was man tuen muss und unterlässt Weißglas mit Buntglas zu vermischen.

Kann es sein, dass die Dunkelheit den Menschen verspeist? Batman gehört zu den Guten und trägt schneidige Boxershirts in schwarz. Was wird aus uns werden, wenn wir nur nach dem Motto leben, welches auf unserem T-Shirt steht? Da liegt die Vermutung nahe, dass wir von den Designerlabels abhängig sind, wie ein Hund von seinem Herrchen. Es ist gesünder auf die ausgeschaltete Mattscheibe zu sehen, als wie auf die Flimmernde. Denn Dummheit überträgt sich geschwind. Für Blödsinn ist unser Gehirn zu klein. Darum vergiss nicht Speicherplatz für dein Mathewissen aufzusparen, so als ob du beim Italiener um die Ecke einen Tisch reservierst. Raucher den Vortritt. Lässigkeit hat ihren Preis. Halte die Vernunft in Zaum und leg Trinkgeld in des Kellers Handschale.

Verschwenderischer Umgang mit Brotkrümel erfordern ab sofort vier Biotonnen im Garten. Der Süchtler zündet sich erstmal einen Joint an und wartet ab. Vielleicht darauf, dass die Welt ein Ende findet. Oder man am Rand einer Scheibe angekommen ist. Am Schein ist nichts wahres dran. So wie an deinem lächerlichen Versuch cool zu wirken. Seit wann sind Bananen sauer? Du schickst Küsse durch die Luft und benutzt deine Zunge um mein Gesicht zu waschen. Wir sind Reiskörner und wenn du bläst, fall ich um. Wir lassen uns viel zu leicht vom Wind beeindrucken. Was bringen frisch geputzte Milchzähne, wenn sie im nächsten Moment rausfallen? Was bringen sauber gespülte Hände, wenn wir im nächsten Moment in die Kacke greifen?

Abgestandener Blutorangensaft schmeckt mehr nach Zitrusfrucht, als nach Blut. Womöglich auch ein Grund warum Dracula nur frisch gepressten Saft bevorzugt. Schweiss und sabbernde Mäuler vergehen sobald das Gerinnsel erfriert. Vorzugsweise wird kalter Tee getrunken. Höllenwesen trinken dagegen nur kochende Gesöffe. Egal wie oder warum, doch es ist nicht egal wann. Die Rede ist vom Herrn der Unterwelt, der dich zu sich holen wird.

Die gute Nachricht: Tot sein ist einfacher, als am Leben zu bleiben. Die Schlechte lass ich mal aus. Damit du dich nicht im Nachhinein beschwerst, es stünde ein vernichtender Scharfsinn im Vordergrund. Nur Filme ohne Happy End sind nachvollziehbar und logisch. Das von Dummheit befallene Individuum schaltet zur Nachrichtensendezeit die Glotze ein, damit man auf den Laufenden bleibt, was Missgeschicke, Kriege und Krisen angeht.

Dummes zuckendes Fleisch am Bratspieß. Tatsache ist, dass ich dich mehr mag, als du es verdient hättest. So wie dein Geld in der löchrigen Hosentasche. Geld verändert die Welt. Genau so wie du in der Milch rührst und darauf wartest das sie bunt wird. So spielt es sich nicht. Das Leben wird nicht süsser. Wenn du schon etwas verändern möchtest, schreib deine Idee auf Papier, bevor du sie die Toilette runterspülst. Vergleichbar mit einem Glücksbrunnen, der nur das Schlechte verarbeitet und Geld dafür verlangt.

Man sagt der Mensch freut sich über die kleinen Dinge. Doch was wenn ich jetzt sage, dass diese leicht unterzugehen droht in all dem Alltagsstress. Schreiben und sprechen im

Monolog. Das hat was vom Schädel gegen die Wand brettern. Langsam aber sicher tropft der Käse von der Decke. Du versuchst nur die passenden Wörter auszusprechen. Und bei all den schönen Wörtern, die sich Liierte sagen, übertrumpfen die Nichtweißen, doch Authentischen. All das Gutzureden ist ein Furz wert, wenn man nicht aufhört nur die ungeraden Zahlen zu zählen.

Komisch ist, dass die Redseligen verstummen sobald man einen Gesprächswechsel mit ihnen beginnst. Das Vermeiden solcher Kontakte ist notwendig, wenn man nicht doof enden will. Alles schön und gut, doch was helfen unausgesprochene Dialoge, in denen solche Phrasen wie "Ich liebe dich" vorkommen. Was hilft all die Bildung auf den Papier, wenn wir das Wissen nicht aufsaugen. Was helfen all die vergötterten Wörter, wenn sie nicht ernst gemeint sind.

Du betrittst einen Raum gefüllt mit Leuten, du kämmelst Begriffe hervor, die du im Nachhinein bereust ausgesprochen zu haben. Warum bloss? Die eine Hälfte sieht weg. Die Andere sieht her und sagt "Nein danke". Du verschwendest deine Zeit mit dem Warten auf das Glück, das niemals kommen wird. Kapier endlich, dass die Welt nur so schön ist, wie man sie sieht. Gott ist tot und bleibt tot. Ein Dachgeschoss wird ausgebaut. Niemand der dich liebt, also musst du lernen dich selbst zu lieben.

Den Dreck in dem ich mich wälze, wasch ich mir nicht von der Seele. Denn du sagtest einmal zu mir: Müll kann zwar stinken, aber vertuschen kann man nichts. Die Frisur versteckt man unter der Perücke, die Schnittwunde unter dem Pflaster, die Sonne hinter den Wolken und die Liebe hinter der Poesie. Alles was irgendwie nützt, liegt auf den Friedhof zwischen Einstein und Mozart. Auf einen schlechten Tag folgt ein schlechtes Jahr. Auf ein schlechtes Jahr folgt die bittere Erkenntnis, dass es immer so weiter und weiter gehen so wird.

Man sehnt sich ein Gegenstück herbei, das alle entzückt, sowie Liebe und Wohlwollen an uns weiter reicht. Möglich, dass wir so gelebt haben, doch nicht mehr leben wollen, denn schließlich wälzen wir uns gerne im Unglück. Vorzugsweise sehen wir auf das Pech anderer herab und haben dabei unseren Spaß. Der Erfolg wird mit einem Glückwunsch gepriesen. Der Misserfolg wird mit Gelächter und tosenden Applaus belohnt. Was will man mehr? Erkenntnisse, die uns prägen.